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Gemeinde Brennberg - Landkreis Regensburg

Chronik Spital



Unser Spital

1567 fundiert Wilhelm von Nussberg, Herr von Ober- und Unterbrennberg, die Armen-Spital-Stiftung mit einem Vermögen von 6500 Gulden. Verwaltung, Betreuung und Aufsicht werden dem örtlichen Pfarrherrn zusammen mit der Kirchenverwaltung übertragen. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts finden hier Menschen Unterschlupf, die zu den ärmsten zählen, die keine Angehörigen mehr haben.

1709 wird das Haus neu gebaut.

1791 wird das bislang ebenerdige Gebäude aufgestockt.

1871 wird zum Zwecke der Wasserversorgung beim Spital ein Zugbrunnen gegraben.

Nach dem 2. Weltkrieg wohnen Flüchtlinge im Spital.

1964 wird das Obergeschoss verschindelt.

1974 wird die Armenspitalstiftung aufgelöst, nachdem sie 400 Jahre lang eine caritative Einrichtung im besten Wortsinn und die „Sozialstation“ des Dorfes war.

1984 wird das Haus von der Kirchenstiftung Brennberg um 9000 Mark an die Gemeinde Brennberg verkauft, allerdings mit der mündlichen Vereinbarung, dass die Gemeinde das Haus auch fürderhin instand zu halten habe.

1986 / 87 wird das denkmalgeschützte Gebäude mit einem Kostenaufwand von rund 75000 Mark teilsaniert. Das Dachtragegebälk wird verstärkt und das Dach neu eingedeckt. Der Außenputz wird erneuert. Neue Fenster werden eingesetzt. Fundamentunterfangung und Drainage sollen für das Haus Verbesserungen bringen.
Jedoch ist es auch nach der Renovierung unbewohnt und steht 30 Jahre lang leer.

Zu Beginn der 90er Jahre gibt es seitens der Gemeinde Bemühungen, das Spital einer Nutzung zuzuführen. Man denkt an die Schaffung von Sozialwohnungen, was jedoch an Finanzierungsproblemen scheitert.


In den folgenden Jahren wird das Spital zu einem Lagerplatz für den Bauhof. Der Außenputz beginnt zu bröckeln. Die Fenster an der Westseite sind teilweise kaputt. Bürger fragen bei Vereins- und Bürgerversammlungen immer wieder nach dem Schicksal des seit 30 Jahren leer stehenden Spitals. Es gibt Leute, die für den Erhalt und die sinnvolle Nutzung plädieren. Es gibt aber auch Bürger, die „das alte Glump“ unverzüglich abreißen möchten.

April 2001: Auf Anregung des Landratsamtes findet in Brennberg ein Workshop statt (siehe Foto), der die zukünftige Entwicklung der Gemeinde zum Thema hat. Es werden 31 Punkte formuliert, unter anderem wird auch das Spital genannt. Ein Arbeitskreis (AK) wird gegründet.


Juli 2001: Der AK ist zuversichtlich, die Spitalsanierung binnen drei Jahren abschließen zu können. Dauern wird es doppelt so lange...

August 2001: Der AK lädt die Brennberger Geschäftsleute und Wirtsleute zu einem Info-Abend ins Spital ein. Der Grund: Man will von Anfang an mit den Wirtschaftsbetrieben vor Ort zusammen arbeiten und ihnen keinesfalls Konkurrenz machen. Philosophie: Die ganze Gemeinde soll vom Spital-Konzept profitieren.

Oktober 2001: Der AK entwickelt ein Nutzungskonzept für das Armenspital. Es folgen viele Besprechungen, z. B. mit der Denkmalschutzbehörde und mit Leader-Experten.

31. Dezember 2001: Der AK veranstaltet den 1. Brennberger Burgsilvester mit Feuershow und Turmbläsern. Der Erlös ist für die Spital-Sanierung bestimmt.

Mai 2002: Landrat Herbert Mirbeth besucht das Spital.
Viele Besprechungen folgen. Es geht dabei um bauliche Details, aber auch um die Frage einer geeigneten Gesellschaftsform. Man lässt sich über Vor- und Nachteile von AG, eG, GmbH, BGB-Gesellschaft, Verein... beraten. Favorit: die eG

31. Dezember 2002: 2. Brennberger Burgsilvester mit Feuerzangenbowle und Musikbox, organisiert vom AK (Erlös für Spitalsanierung).

27. April 2003: 1. Spitaltag in Brennberg mit Unterstützung der Kapelle Josef Menzl und der Gruppe Balfolk, örtlicher Künstler und Geschäftsleute.

3. Mai 2003: Landrat Herbert Mirbeth sagt bei einem Besuch im Spital: „Ich freue mich schon jetzt darauf, dieses Haus eines Tages seiner künftigen Nutzung übergeben zu dürfen und versichere Ihnen, dass Sie auf dem Weg zu Ihren Zielen die volle Unterstützung des Landratsamtes haben werden“.

6. und 7. Dezember 2003: Weihnachtswerkstatt im Spital

31. Dezember 2003: 3. Burgsilvester des AK mit „Burgnachtwächter“ und Turmbläsern (Erlös zu Gunsten der Spitalsanierung)

April 2004: Kontaktaufnahme mit dem Genossenschaftsverband und der Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Stiftung. Fazit: Der Genossenschaftsverband beteiligt sich mit insgesamt 10000 Euro an der Spitalsanierung. Davon kommen 2500 Euro von der Raiffeisen/Schulze-Delitzsch-Stiftung und 4000 Euro von der Raiffeisenbank Falkenstein-Wörth eG.

Entgegen der Prognose vom Jahr 2003 stellt sich heraus, dass im Gemeindehaushalt nun für 2004 und die Folgejahre keinerlei Geldmittel für das Spital eingeplant werden können. Die Aussichten sind also denkbar schlecht. Allerdings wäre der Zuschuss aus LEADER-Mitteln jederzeit abrufbar, was für den AK genügend Motivation ist, nicht aufzugeben.
Größtes Problem ist nach wie vor die Aufstellung eines kompletten Finanzierungsplanes, den alle Zuschussgeber voraussetzen.
Man sieht im AK deshalb nur noch die Möglichkeit, Privatmittel zu mobilisieren und plant einen 2. Spitaltag. Den will man dazu nutzen, herauszufinden, welches Potential für die Gründung einer eingetragenen Genossenschaft besteht.


26. September 2004: 2. Spitaltag, diesmal auf der Burg, weil das Spital zu baufällig ist. Thema: „Burg und Spital – Geschichte in Holz und Stein“ mit den „Gsteckenriebler Musikanten“, einer Wanderung, Natur-Theater, Jazz-Musik, historischem Schauspiel, Naturbegegnung und Kultur.
Bilanz: 19 Bürger und Geschäftsleute erklären, dass sie sich im Falle der Gründung einer Genossenschaft finanziell beteiligen würden. Das ist eine Basis, um weiter zu machen. Der AK erarbeitet in den kommenden Wochen Formulierungen zu den Themen „Geschäftsidee“, „Zielsetzung“, „Ausstattung“, „Mitgliederstruktur“, „Satzung“.

31. Dezember 2004: 4. Brennberger Burgsilvester. „Die Tenöre“ treten auf. (Erlös für die Spitalsanierung)

Januar bis Juli 2005: Besprechungen, Abwägungen, Beratungen, Verhandlungen; Treffen der zukünftigen Genossen; Erstellen von Einnahmen-Ausgaben-Prognosen; Besichtigungsfahrten;

25. November 2005: Gründung der Spital eG, 43 Personen treten sofort bei, weitere 43 Personen bis zum Jahresende

Dezember 2005: Die Sanierung beginnt anzulaufen. Ehrenamtliche Helfer schleppen Schutt und schlucken Staub. Zwischen den Deckenbalken wird altes Dämm- und Füllmaterial in Form von Schilf und Stroh, Sand, Papier, Lumpen und Fetzen, Sägespänen und Mäusedreck entfernt. Mit Hammer und Meißel wird der alte Verputz abgelöst. Bei besonders hartnäckigen Stellen wird der Bosch-Hammer eingesetzt. Der Schutt muss Eimer für Eimer über die steile Bodentreppe nach unten geschleppt werden. Alte Heraklit-Platten werden entfernt. Sämtliche Türblätter werden aufgehoben und später (August 2007) wieder eingebaut.

Februar 2006: Dia-Abend zu Gunsten der Spitalsanierung

Mai 2006: Kulturreferent Ludwig Spreitzer besucht das Spital und verspricht Unterstützung bei der Suche nach einer Möglichkeit, die noch immer vorhandene Deckungslücke von 22000 Euro zu stopfen.

April 2006: Landrat Herbert Mirbeth bringt persönlich den Bescheid über die Bewilligung des Leader-Zuschusses nach Brennberg. Es handelt sich dabei um die stattliche Summe von 105000 Euro, bzw. um 50 Prozent der tatsächlichen Baukosten.

Mai 2006: Das Thema „Spital-Heizung“ wird nach endlosen Beratungen entschieden. Themen wie „Kaminsanierung“ und „Feuerschutz“ spielen eine große Rolle.

Juni 2006: Landwirtschaftsminister Josef Miller lobt bei einem Besuch im Spital die Innovationskraft und Nachhaltigkeit des Projektes, das regionales Bewusstsein stärken möchte.

Herbst 2006: Es dominiert die komplizierte Frage nach Vergaberichtlinien und Ausschreibungsmodalitäten. Viele Gespräche sind notwendig. Fazit: VOB-Ausschreibung muss sein!

22. Oktober 2006: Spitalabend mit Zwischenbilanz, Blasmusik, Pfeffergockel und Schwammerlbrüh im Wagner-Saal.

November 2006: Dia-Abend zu Gunsten der Spitalsanierung.

Im Jahr 2006 wird bereits ein Teil der Baumeister- und Zimmererarbeiten erledigt. Im Lauf des Jahres finden 16 Sitzungen der Aktionsgruppe und 17 Besprechungen auf der Baustelle statt. Es wird viel ehrenamtliche Arbeit geleistet. Die Landesstiftung avisiert Zuschüsse in Höhe von 20000 Euro.

31. Dezember 2006: Der Burgsilvester (es ist bereits der 5.) läuft so gut wie noch nie und bringt für die Spital eG einen Gewinn in Höhe von rund 1200 Euro. Höhepunkt ist die rasante Feuershow der Gruppe „Scants of Grace“.

April 2007: Bayern´ s oberster Denkmalschützer Prof. Dr. Egon Greipl besucht das Spital. Vier Wochen später sagt er Zuschüsse des Landesamtes für Denkmalpflege in Höhe von 20000 Euro, verteilt auf zwei Jahre, zu.

März 2007: 1100 Stück Hohlstrang-Falzziegel werden über Wochen hinweg händeringend gesucht. Endlich gelingt die Beschaffung.

Frühjahr und Sommer 2007: Berechnung, Planung und Ausschreibung des Kachelofens und Installierung der Heizungsanlage; Verlegen alter Solnhofener Platten; Ablösen von Farbresten an der Außenfassade; Kalken der Innen- und Außenwände; Zahlreiche Säuberungs- Bodenschrubb- und sonstige Aktionen (z. B. Vorhangstangen-Schmieden); Unzählige Transporte und Besorgungen; Hunderte von ehrenamtlichen Arbeitsstunden der Genossen; unendlich viele Telefonate;
mindestens einmal pro Woche: Besprechung auf der Baustelle;

September 2007: Türrahmen werden gestrichen, Böden eingelassen. Vom Dachboden des Rathauses wird ein alter Kanzleischrank geholt und geschrubbt. Er bekommt einen neuen Platz im Laden des Spitals. Die Küche wird eingerichtet; Tische und Bänke werden geliefert; Vorhangstoffe, Geschirr, Küchenzubehör und Kleinteile werden ausgesucht; Lampen werden montiert. Kurzfristig auftretende Termin-, Material- und Technik-Probleme lösen die Genossen in bester Zusammenarbeit kurzfristig und ideenreich.


Eine kleine Speisekarte wird entworfen. Das Sortiment für den Laden wird zusammengestellt, kalkuliert, ausgezeichnet, eingeräumt. Lieferantenverhandlungen werden geführt. Komplizierte Steuervorschriften müssen studiert und beachtet werden. Einladungen werden geschrieben. Von August 2007 bis zur Eröffnung am 21. September 2007 sind die „Genossen“ täglich im Spital, um die restlichen Arbeiten rechtzeitig fertig stellen zu können. Parallel dazu wird die Eröffnungswoche vorbereitet und organisiert.

21. September 2007: 6 ½ Jahre nach dem Beginn der Bemühungen wird das Spital eröffnet!

Gemeinde Brennberg - Landkreis Regensburg